
Unter diesem Motto lud die GCL (Gemeinschaft christlichen Lebens, Laiengemeinschaft die den Jesuiten sehr nahe stehen) ins oberpfälzische Neumarkt zu einem Wochenende ein. Es sollte um den Austausch zu einem Thema gehen, dass nicht erst seit der Finanzkrise die Bevölkerung bewegt.
Die Teilnehmer hatten zu Beginn die Möglichkeit und gleichzeitig Aufgabe, sich im Kontext „Geld und Ethik” über den eigenen Namen und persönlichen Hintergrund hinaus auszutauschen, von eigenen oder bekannten Projekten zu berichten, aber auch Ängste, (Vor)Urteile und Befürchtungen zu äußern und die Erwartungen zu formulieren.
Der Vormittag des Samstag galt dem Ursprung und der Entwicklung der Wirtschaft – vom Tauschhandel zur Geldwirtschaft in den Kapitalismus – und wurde in hervorragender Weise völlig wertneutral von Herrn Prof. Geitmann dargestellt. Die anschließende Diskussion ermöglichte eine Vertiefung des Themas, wobei deutlich wurde, wieviel persönliche Emotion und damit auch unterschiedliche Wertansätze in der Praxis vorhanden sind – „besonders deshalb empfand ich den Vortrag von Herrn Prof. Geitmann bemerkenswert!” so Elke Fischer.
Am Nachmittag stellte Frau Fischer das „Nachhaltige Investment” und die Ansätze ethischer Geldanlage aus der Sicht des Praktikers dar. Ursprung, Entwicklung und aktueller Stand wurden dargestellt, Beispiele zur Verdeutlichung rundeten das Referat ab. Der darauffolgende Austausch und die Fragen an Frau Fischer machten auch hier die Bandbreite transparent, wobei die Notwendigkeit des eigenen klaren Standpunkts besonders herausgestellt wurde.
Das Resummée des Wochenendes, dem am Sonntag bewusst auch Workshopzeit gewidmet war, fiel ganz unterschiedlich aus. Von „Menschen, die Aktien besitzen, sind also doch nicht immer wilde Spekulanten” bis „ Dieser Ausflug ins Thema verlangt bitte eine Fortsetzung” waren sich alle einig, dass gerade durch die (neuen) Anforderungen der globalen Krise die Werte in der Wirtschaft neu entdeckt werden müssen. Wo Verantwortung und ein gutes Miteinander wieder wertvoll werden, keimt neue Hoffnung für ein System, das durch Gier und Geiz an den Rand seiner Existenz gebracht wurde.
Veranstalter: GCL
Referenten:
Prof. Roland Geitmann (FH Kehl)
Elke Fischer (Jonathan)
“Die eigene Kaufkraft muss im Kontext der moralischen Forderungen der Gerechtigkeit und Solidarität sowie genau bestimmter sozialer Verantwortlichkeiten ausgeübt werden:
Man darf “die Pflicht der Nächstenliebe” nicht vergessen, “das heißt die Pflicht, mit dem eigenen “Überfluss”, und bisweilen auch mit dem, was man selber “nötig” hat, zu helfen, um das bereitzustellen, was für das Leben des Armen unentbehrlich ist”. Diese Verantwortung gibt den Verbrauchern die Möglichkeit, dank des schnelleren Informationsaustauschs das Verhalten der Hersteller dadurch zu lenken, dass man sich – als Individuum oder Kollektiv – entscheidet, die Produkte mancher Unternehmen denen anderen vorzuziehen und dabei nicht nur auf die Preise und die Qualität der Produkte, sondern auch darauf zu achten, dass in den betreffenden Unternehmen korrekte Arbeitsbedingungen herrschen und ein gewisses Maß an Umweltschutz gewährleistet ist. “
Bücher über Kritik und Reform des Geldwesens
Anders wirtschaften, damit Geld dient und und nicht regiert
Dem Leben dienen, nicht Götzen – Ökoumenisches Netz in Deutschland