
Die Großfamilie ist vielerorts ausgestorben und mit ihr das am besten funktionierende Instrument der Altersversorgung – die Oma, die auf die Enkel aufpasst fehlt genauso wie die Tochter, die die Mutter pflegt. Nicht weit von dieser Diskussion macht sich das Schreckenswort der „Altersarmut” breit und veranlasst die Bevölkerung, nach allen Kräften die Kassen von Versicherungen – oft relativ ziellos – zu füllen. Ein Extrem folgt dem Nächsten, aber wie wird der eigene Ruhestand finanzierbar sein?
An diesem Abend waren Sie eingeladen, den goldenen Mittelweg zwischen familiären Banden und eigenverantwortlicher Vorsorge gedanklich zu beschreiten. Sie erhielten einen Überblick über die Möglichkeiten sinnvoller Finanz- und Versicherungsinstrumente, die z.T. sogar geeignet sind generationenübergreifend füreinander da zu sein.
Referenten:
Elke Fischer, Jonathan
Stefan Völkl, Plansecur-Beratung Bamberg
Erstaunlicherweise war sich die Runde in einem Punkt einig:
Es war früher wichtig, durch Arbeit und vorausschauendes Planen und Sparen fürs Alter vorzusorgen und heute ist es auch noch so. Nahezu alle Anwesenden berichteten von der eigenen Situation und der der Eltern und dass es “seltsamerweise” früher auch nicht ganz einfach war, im Alter ein sorgenfreies Leben zu führen – nur die Art des Vorsorgens hat sich unübersehbar verändert.
Leider konnte keiner unserer Gäste auf die – immer wieder als Allheilmittel – vielgerühmte Großfamilie mit Eigenversorgung zurückblicken. So entstand an diesem Abend der Eindruck, die gute alte Zeit, in der privat vorzusorgen ausschließlich mit Kindersegen möglich war, gab es nicht wirklich …
Klar wurde durch die Referate von Frau Fischer und Herrn Völkl vor allem, dass nicht jedes Instrument der Bank- und Versicherungsbranche (das z.T. sogar vom Bestatter angeboten wird), wirklich sinnvoll oder gar notwendig ist. Exemplarisch sei aus der Diskussion des Abends die Sterbegeldversicherung genannt, die nur in wenigen Fällen wirklich empfehlenswert erscheint.
„Mein Vater war selbständig als Kaufmann. Die Vorteile der Großfamilie eines landwirtschaftlichen Betriebs habe ich nie kennengelernt und habe den Eindruck, dass sich an der Notwendigkeit eigene Altersvorsorge zu betreiben, kaum etwas geändert hat.”
„Ich war mit meiner Frau gemeinsam für die Kinder da. Wir haben beide gearbeitet, so dass unsere Kinder leider auch schon früher immer wieder alleine waren.
… und doch kann ich nach dem Tod meiner Frau mit unseren Ersparnissen heute keine großen Sprünge machen.”
„Es ist schon komisch, dass man immer der Meinung ist, der Rentner von heute hätte ausgesorgt und nur den nächsten Generationen ginge es schlecht. Wenn ich mich selbst und Menschen in meinem Umfeld ansehe, dann frage ich mich, wofür ich ein Leben lang in die Rentenkasse eingezahlt habe. Die Lebenshaltungskosten laufen mir davon, aber die viel zitierten Rentensteigerungen kann ich auf meinem Girokonto einfach nicht finden. Ohne unsere Ersparnisse wären wir auch heute als Rentner schon ziemlich aufgeschmissen.”