
Biographien sind etwas für Prominente oder solche, die sich dafür halten. Wichtige Menschen schreiben die eigenen Memoiren und hinterlassen so der Nachwelt oftmals Schätze von unbezahlbarem Wert. Haben Sie sich schon einmal dabei „beobachtet”, was in Ihnen vorgeht, wenn Sie in einer Kaffeerunde gemeinsam mit den Lieben in Erinnerungen schwelgen? Die, die es aktiv tun, erleben nicht nur die Vergangenheit neu, sondern schöpfen unsagbare Kraft für die Gegenwart daraus. Haben Sie Lust, sich darauf einzulassen, einen Teil einer Stunde lang Ihrer Biographie nachzuspüren?
Nutzen Sie an diesem Abend die Chance, neben Ihrer Vergangenheit auch Ihre Talente neu zu entdecken. Lassen Sie sich darauf ein, wichtige Erlebnisse und Erfahrungen „mitzu”schreiben. Vielleicht sogar wächst der Wunsch nach Hause zu gehen, und mit dem Aufschreiben für Ihre Familie anzufangen und so ein Stück der Erinnerungen aktiv wach zu halten.
Referenten:
Elke Fischer, Jonathan
Gaby Heilmann, Ergotherapeutin FAZIT
„Es ist ein Experiment” – so habe ich den ersten Abend der Vortragsreihe (nicht nur) für Senioren begonnen. Ein Experiment, weil Jonathan solch eine 18-monatige Reihe zum ersten Mal anbietet. Ein Experiment aber auch, weil die Themen quer durchs Leben führen und ich gespannt war, wie Menschen sich darauf einlassen können.
Beginnen wollte ich bewusst mit einer kleinen Reise zurück in die Vergangenheit, sich Erinnerungen wach rufen und im hier und heute dar
über nachdenken, welchen Wert Erinnerungen für den Menschen selbst und meine Umwelt haben.
Unbestritten ist es das wertvollste Erbe, das wir der Familie hinterlassen können, das Leben als Biographie oder etwas Ahnliches aufzuschreiben. Dabei kam jedoch auch die Diskussion auf, warum man sich die Arbeit machen solle, wenn es doch eh keinen interessiert – weil vielleicht keine engere Familie mehr da ist.
In einer Runde von 10 Personen kamen auch Gedanken von Tagebüchern, deren vielschichtigem Inhalt und deren individuellem Wert zur Sprache – kontrovers diskutiert bis hin zu dem „das geht doch niemand etwas an”.
Auch das „Tagebuch” einer Kindheit, das man zu einem runde Geburtstag oder der Hochzeit verschenken kann, wurde als besondere Idee und nachahmenswert gewürdigt.
Wehmütig zurückblicken heißt es immer dann, wenn der Umzug von der eigenen Wohnung oder dem Haus in ein Seniorenwohn- oder Pflegeheim ansteht.
Da tut es gut, rechtzeitig ein Schatzkästchen mit kleinen aber wertvollen Schätzen zu haben, das auch ins kleinste Eck der neuen vier Wände passt …
„Das ist ja ganz etwas anderes …”
„Schön, dass es so etwas auch gibt. Die getarnten Verkaufsveranstaltungen haben wir satt!”
„Es ist so, beginnt man nicht seine Schatztruhe zu guten Zeiten zu bestücken, ist es zu spät. Altwerden kann grausam sein.”
Jeanne Moreau (französische Schauspielerin, *1928) hat es auf ihre Art formuliert:
Alternde Menschen sind wie Museen: Nicht auf die Fassade kommt es an, sondern auf die Schätze im Innern.”